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Ziele und Nutzen des Projekts

Bereits heute stößt das Schienennetz in der Rheinebene zwischen Mannheim und Karlsruhe an seine Kapazitätsgrenzen: Der Personenverkehr und der Güterverkehr behindern sich gegenseitig, sodass die bestehenden Strecken nicht optimal genutzt werden können. Engpässe im Schienennetz sowie eine geminderte Betriebsqualität sind die Folge. In Zukunft wird das Verkehrsaufkommen auf der Schiene weiter steigen und so die Probleme verschärfen. Werden keine zusätzlichen Kapazitäten im Schienennetz geschaffen, droht ein Verdrängungswettbewerb, der zu Lasten des Schienenverkehrs geht und vollere Straßen zur Folge hat. 

Es besteht also Handlungsbedarf: Zwei neue Gleise zwischen Mannheim und Karlsruhe werden benötigt.

Mit dem Bahnprojekt Mannheim–Karlsruhe wird das Schienennetz in der Region und weit darüber hinaus deutlich attraktiver. Es macht den regionalen Schienenverkehr zukunftsfähig, indem es zusätzliche Kapazitäten für den Personenverkehr schafft. Es stärkt den Fernverkehr: Beginnend mit der bereits gebauten Schnellfahrtstrecke ab Köln mit den Haltepunkten in Rheinland-Pfalz und Hessen über die geplante Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Mannheim ist die NBS/ABS Mannheim-Karlsruhe der nächste Schritt, Reisen mit der Bahn bundesländerübergreifend attraktiv zu gestalten. Gleichzeitig ist das Projekt notwendig für den Lückenschluss zwischen den neuen Strecken nördlich von Mannheim und der ABS/NBS Karlsruhe-Basel südlich von Karlsruhe.

Die NBS/ABS Mannheim-Karlsruhe schafft außerdem die Voraussetzung dafür, Güterverkehre von der Straße auf die Schiene zu verlagern und fördert den nachhaltigen Warenverkehr, der sich vom Hafen Rotterdams über Deutschland bis hin nach Genua erstreckt. Die NBS/ABS ist ein Projekt von bundesweiter Bedeutung und daher Bestandteil des vordringlichen Bedarfes im Bundesschienenwegeausbaugesetz.

Planungsprozess

Aktuell wird die Zugzahlenprognose 2030 des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) zugrunde gelegt. Diese Zugzahlen werden jedoch in einem 5-Jahresrythmus einer Revision unterzogen. Mittelfristig werden dann neue Zugzahlen 2035 ausgegeben werden. Bereits durchgeführte Planungen, für die noch kein Planfeststellungsverfahren eingeleitet wurde, sind dann auf die jeweils aktuell gültigen Zugzahlen anzupassen. Die aktuellen Zahlen zu nutzen, entspricht geltender Rechtsauffassung und dem üblichen Prozessablauf.

Der Bereich, der für eine neue Bahntrasse grundsätzlich in Betracht kommt, wird als „Suchraum“ bezeichnet. In diesem Gebiet werden die ersten möglichen Korridore für den neuen Streckenverlauf gesucht. Der Suchraum wird begrenzt durch den Start- und den Zielpunkt der Strecke und durch geographische Rahmenbedingungen.

Der Suchraum für das Bahnprojekt Mannheim–Karlsruhe liegt in der Rheinebene und wird durch geographische Gegebenheiten im Osten (Kraichgau) und im Westen (Pfälzer Wald) begrenzt. Denkbar ist ein Ausbau der Bestandsstrecken oder auch eine Neubaustrecke in bestimmten Abschnitten. Dabei ist das Ziel, eine für die gesamte Region zukunftsfähige Lösung zu finden.

Bei der Betrachtung des Suchraums aus umwelt- und raumplanerischer Sicht werden alle Räume einer Raumwiderstandsklasse zugeordnet – von gering bis außerordentlich hoch. Siedlungsgebiete fallen beispielsweise in die höchste Raumwiderstandskategorie. Die Raumwiderstände werden in verschiedenen Farben auf einer Raumwiderstandskarte dargestellt. In den vier Schutzklassen von Weiß (kein Widerstand) bis Rot (starker Widerstand) stellt die Raumwiderstandskarte dar, welche Widerstände bei der Planung einer Trasse in diesem Gebiet vorliegen – neben Siedlungen können das beispielsweise auch Naturschutzflächen sein. Aus der Raumwiderstandskarte ergeben sich mögliche Grobkorridore für den Verlauf der Bahnstrecke, in denen starke Widerstände nicht oder möglichst kurz berührt werden. Sie stellt deshalb eine wesentliche Grundlage für die Erarbeitung von Trassen dar, die sich für die neue Strecke eignen könnten. 

Die Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Mannheim soll die heute überlasteten Bestandsstrecken Riedbahn und Main-Neckar-Bahn entlasten. Tagsüber soll die Neubaustrecke vom Fernverkehr genutzt werden, nachts vom Güterverkehr. So können etwa 40 ICE mehr und ca. 9 Minuten schneller als heute zwischen den Metropolen Frankfurt und Mannheim verkehren. Zusätzlich werden nachts die Bestandsstrecken vom Güterverkehr entlastet.

Damit die ICE, die tagsüber auf der Neubaustrecke fahren, den Mannheimer Hauptbahnhof anfahren können, müssen die aus Frankfurt kommenden Züge in Mannheim-Waldhof in die Riedbahn einbinden. Daher ist der Endpunkt der NBS RMRN Mannheim-Waldhof.

Dialog und Information

Als erste Maßnahme zur frühen Beteiligung der Öffentlichkeit findet am 12. November 2020 eine Auftaktveranstaltung statt. Danach werden zwei unterschiedliche Formate jeweils mehrmals jährlich stattfinden: Dialogforum und Workshop.

Das Dialogforum wird zwei- bis viermal pro Jahr durchgeführt und besteht aus einem festen Teilnehmerkreis. Bei den Workshops gibt es drei unterschiedliche Varianten: Info-Workshop, Grundlagen-Workshop und Themen-Workshop. Je nach Variante ist die Durchführung einmalig oder bis zu drei Mal pro Quartal geplant. Der Info-Workshop findet für ausgewählte Teilnehmer statt, die anderen beiden Workshop-Varianten sind offen für alle interessierten Personen aus dem Dialogforum. Bei Bedarf werden weitere öffentliche Informationsveranstaltungen angeboten.

Wir werden Neuigkeiten rund um das Bahnprojekt Mannheim–Karlsruhe immer aktuell hier veröffentlichen und diese Internetseite in den kommenden Monaten auch um weitere Informationen ergänzen. Ein regelmäßiger Besuch lohnt sich also. Sie möchten informiert werden, wenn ein Termin für die Auftakt­veranstaltung zur Öffentlichkeitsbeteiligung feststeht? Dann schicken Sie uns einfach eine kurze Nachricht an info (at) mannheim-karlsruhe.de. Wir halten Sie gerne auf dem Laufenden.

Das Dialogforum Frankfurt–Mannheim besteht seit dem Jahr 2016. Hier sind stets Vertreter aus Mannheim und südlich von Mannheim eingeladen worden. Auch zukünftig werden die entsprechenden Vertreter weiterhin eingeladen. Zusätzlich wurde mit dem Planungsstart für die NBS/ABS Mannheim–Karlsruhe im November 2020 ein zusätzliches Dialogforum aufgesetzt, um die Öffentlichkeit frühzeitig einzubeziehen. Dabei gilt: Die Projektteams der DB Netz AG für Frankfurt–Mannheim und Mannheim–Karlsruhe sowie die beiden Foren werden eng miteinander zusammenarbeiten und sich regelmäßig austauschen.

Die Zusammenführung beider Foren zu einem gemeinsamen Dialogforum sehen wir jedoch als nicht zielführend an. Dort müssten dann alle offenen Fragen zu den Planungen zwischen Frankfurt und Karlsruhe diskutiert werden, die auch noch einen unterschiedlichen Bearbeitungsstatus haben. Dies würde die Arbeit des Dialogforums sehr komplex machen. Hinzu kommt, dass nicht alle Fragen für alle Mitglieder des Forums relevant wären. Die hohe Mitgliederzahl des Dialogforums würde die Zusammenarbeit zusätzlich erschweren.